Meetings Kusel

Kreis Kusel/Kusel County

Zimmer, Klaus, “Die Fliegende Festung des amerikanischen Piloten Sterling Bristol: Abgestürzt am 9. August 1944 bei Kusel”, Westricher Heimatblätter, Heft 4/2000, S. 174 - 192.

Meeting 2002

Meeting 2009
Meeting 2010

The crew of pilot Sterling Bristol (in the crew photo back row, far left) and co-pilot Billy Allison (next to him) crashed on 9 August 1944 near Kusel (Kusel County). Three men died in this crash.

Die Besatzung des Piloten Sterling Bristol (hintere Reihe links) und des Copiloten Billy Allison (daneben) stürzte am 09.08.1944 bei Kusel ab. Dabei kamen 3 der Männer ums Leben.

2002

Die Rheinpfalz, Westricher Rundschau, 19.11.2002
Die wundersame Rettung des Billy Allison
KUSEL: US-Amerikaner besucht Stadt,
in der sein Vater 1944 Flugzeugabsturz überlebte
Erinnerungen werden wieder wach
von Christian Hamm

“You are my prisoner!" Ob die Worte tatsächlich im Brustton der Überzeugung fielen? Jedenfalls versuchte der Junge dem US-amerikanischen Soldaten klar zu machen, dass er sein Gefangener sei. Dass er jetzt gefälligst mit ihm kommen müsse. Wohin? „To a prison camp", in ein Gefangenenlager. „No" - der Soldat, gerade eben beim Absturz seines Flugzeugs mit dem Leben davon gekommen, dachte zunächst gar nicht daran, den Aufforderungen Folge zu leisten. Und wollte sich in die andere Richtung davon machen.

Erwin Hoffmann erinnert sich mit einem Schmunzeln an die Szene. Er war der Junge, der damals im August 1944 den per Fallschirm abgesprungenen Soldaten festnehmen wollte. Am Samstag Morgen hat er die Geschichte einmal mehr erzählt. Willkommener Anlass: Sein Zuhörer war ein gewisser Lee Allison, 46 Jahre alt, US-amerikanischer Staatsbürger. Lees Vater heißt Billy Allison. Und er ist der Mann, der vor etwas mehr als 38 Jahren mit Erwin Hoffmann „Bekanntschaft" schloss.

Billy Allison ist ebenfalls noch am Leben. Auch wäre er liebend gerne mit seinem Sohn nach Kusel gekommen, um die Stätte der damaligen dramatischen Ereignisse einmal wiederzusehen. Allerdings haben es ihm gesundheitliche Gründe nicht erlaubt, nach Europa zu kommen. Und so wandelte Lee Allison alleine auf den Spuren seines Vaters, des Weltkriegsveteranen und Co-Piloten jenes Bombers, der damals über Kusel abstürzte.

In einem Wohnzimmer über der Kaffee-Rösterei Dick hat sich eine gut gelaunte kleine Runde versammelt und schwelgt in Erinnerungen. Erwin Hoffmann, ein gebürtiger Kuseler, der inzwischen in ldar-Oberstein lebt, ist natürlich mit dabei. Und Richard Graff, damals ebenfalls auf den Beinen, als die Maschine über der Winterhelle abstürzte. Und die beiden Brüder Hermann und Rolf Dick. Letzterer ist es, der den Kontakt über seinen in den Staaten lebenden Sohn hergestellt hat.

Der Vater der Gastgeber, das war Helmut Dick. Und mit ihm schließt sich der Kreis. Denn Helmut Dick war es, der Erwin Hoffmann damals aus seiner Verlegenheit half. Denn Hoffmann gibt gerne zu, dass es ihm nicht allzu wohl bei der Sache war, als er sich als Teenager dem Feind in Person eines amerikanischen Luftwaffen-Angehörigen gegenüber sah.

Hoffmann folgte dem Mann, redete in Englisch auf ihn ein. Doch war ihm gleich wohler, als Helmut Dick auftauchte, bewaffnet mit einer Pistole. Gemeinsam führten sie ihren Gefangen nach Kusel. Und auf diesem Weg hat Dick womöglich Billy Allison das Leben gerettet. Denn als sie unterwegs einem überzeugten Nazi in Uniform begegnet seien, habe der ihn aufgefordert, doch kurzen Prozess zu machen. Dick aber entgegnete ihm, das sei in Gegenwart des Jungen unmöglich. Und so gelang es, den amerikanischen Soldaten der Polizei zu überstellen.

9. August 1944. Der Zweite Weltkrieg sollte nur noch zehn Monate dauern. An jenem Tage plante die 8. US-Luftflotte, tief nach Südostdeutschland vorzudringen, um Schläge gegen strategisch wichtige Einrichtungen zu führen. Unter 377 eingesetzten schweren Bombern des Typs B 17, „Fliegende Festung" genannt, war auch die „Bristol-Maschine", so benannt nach dem Piloten Sterling W. Bristol jr., die zur 3. Bomberdivision gehörte.

Die Westpfalz hatte im Grunde nur überflogen werden sollen. Eigentliches Ziel war eine Flugzeugfabrik im bayerischen Fürth. Das Wetter machte allerdings einen Strich durch die Rechnung. Wegen einer aufziehenden Schlechtwetterfront wurde die Division zu ihrem Stützpunkt, dem Flugplatz Great Ashfield in England, zurückbeordert. Wo genau sich die Flugzeuge zum Zeitpunkt des Befehls aufhielten, ist nicht bekannt. Jedenfalls aber flogen die Maschinen  eine 180-Grad-Kurve, um Kurs zurück Richtung England zu nehmen und dabei unterwegs die explosiven Ladungen über Sekundärzielen in Belgien und Holland abzuwerfen.

Soweit kam es zumindest für die Bristol-Besatzung nicht. Denn die B 17 geriet zum Ziel der Flugabwehr, flog der bei Kindsbach stationierten Flak quasi direkt vor die Rohre. Gegen 10.35 Uhr am Morgen jenes 9. August 44 wurde die „Fliegende Festung" abgeschossen. Derart getroffen, trudelte der Bomber in Richtung Kusel. „Vom Boden aus hat es so ausgesehen, als würde einem die Maschine direkt auf den Kopf fallen", erinnert sich Richard Graff. Alles, was in Kusel auf den Beinen war, blickte nach oben, als das Flugzeug „auseinander platzte", sagt Graff. Die Befürchtung, dass das Flugzeug über der Stadt abstürzen würde, bewahrheitete sich indes nicht. Der Eindruck täuschte ob der Höhe.

Kurz darauf ging das Wrack über der Winterhelle nieder. Und wie viele andere auch, machte sich Graff sofort auf den Weg zu dem Waldstück. Dorthin war inzwischen auch die „TN", die Technische Nothilfe, geeilt. Graff bekam eine Schaufel in die Hand gedrückt, um beim Löschen eines Wrackteils, dem Stück einer Tragfläche, zu helfen. „Und da hab' ich das Bein gesehen", erinnert sich Graff. Kurz darauf entdeckte er den Oberkörper der Leiche des Soldaten. Zuletzt dann auch die des Piloten im schaurigen Rest des verbrannten Cockpits. Bleibende  Erinnerungen für den damals Zehnjährigen.

Von den neun Mann Besatzung der „Bristol''-Maschine kamen drei ums Leben. Die anderen, die unterwegs absprangen, überlebten, landeten zwischen Weilerbach und Kusel. Als letzter schaffte Co-Pilot Allison gerade noch rechtzeitig vor der Explosion den Absprung. Allison landete in der Winterhelle, nur ein kleines Stück entfernt von den Trümmern seines Flugzeugs. Und fiel dort Erwin Hoffmann in die Hände.

Die gesamte Geschichte des Flugzeugabsturzes über der Kuseler Winterhelle - über die Hintergründe, Beobachtungen von Augenzeugen und über das Schicksal der Soldaten - ist übrigens nachzulesen in einer Ausgabe der Westricher Heimatblätter vom September 2000. Aufgezeichnet hat sie der saarländische Forscher Klaus Zimmer. Der Lehrer hat die damaligen Vorfälle akribisch recherchiert und dokumentiert. Seinem umfassenden Beitrag über den 9. August 1944 sind auch viele der Fakten entnommen, auf die sich dieser Bericht stützt.

Keine Frage also, dass auch Klaus Zimmer mit von der Partie war, als die kleine Runde den amerikanischen Gast willkommen hieß. Gemeinsam mit ihm die Stätten des Ereignisses in der Winterhelle sowie das Gefängnis unterm Rathaus aufsuchte. Und dem Amerikaner noch einmal genau darlegte, was damals seinem Vater bei dessen unfreiwilliger Landung in der kleinen westpfälzischen Stadt Kusel widerfahren ist.

Auf den Spuren seines Vaters: Lee Allison (Mitte), Sohn des Copiloten, der den Absturz in der Winterhelle überlebte. Der US-Amerikaner war jetzt in Kusel zu Gast. Unser Bild entstand beim Treffen im Hause Dick. Mit dabei (von links): Klaus Zimmer, Richard Graff, Erwin Hoffmann, Rolf Dick (stehend) und Hermann Dick.

2009

Die Rheinpfalz, Westricher Rundschau, 17.04.2009
Nach 65 Jahren an Absturzstelle des getöteten Onkels
KUSEL: Arbeitsgruppe Vermisstenforschung spürt Nichte eines US-Soldaten auf, der 1944 bei einem Absturz umgekommen ist

9. August 1944: Über Kindsbach gerät ein B-17-Bomber der US-Luftwaffe ins Feuer der deutschen Flugabwehrkanonen. Er wird getroffen, das Flugzeug trudelt Richtung Kusel und stürzt schließlich über der Winterhelle ab. Drei US-Soldaten verlieren ihr, Leben, sechs weitere Besatzungsmitglieder überleben. Jan Loftis, die Nichte des damals verstorbenen Rumpfturmschützen Anthony Burroughs, besuchte nun gemeinsam mit Mitarbeitern der Arbeitsgruppe Vermisstenforschung die Unglücksstelle.

Mittwochnachmittag am VdK-Heim in Kusel. Eine Wagenkolonne fährt vor. Aus den fünf Autos steigen Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Vermisstenforschung, Angestellte des US-Hospitals in Landstuhl, ein Zeitzeuge, zwei Vertreter der US-Militärzeitschrift „Stars and Stripes“ - und Jan Loftis. Sichtlich bewegt, dass das Schicksal ihres Onkels auf so viel Interesse stößt. Die Gruppe setzt sich in Bewegung, Richtung Absturzort. Klaus Zimmer von der Arbeitsgruppe Vermisstenforschung erläutert unterwegs, wie der Kontakt zustande kam: Uwe Benkel stieß im Friedhofsregister von Kusel auf die Dienstnummer eines der hier verstorbenen Soldaten. Nach monatelangen Recherchen habe Zimmer dann die Adresse eines überlebenden Besatzungsmitglieds herausbekommen und es angeschrieben.

„Was mich richtig ärgert", gibt Uwe Benkel von der Arbeitsgruppe zu, „ist, wenn an einer Unglücksstelle Raubgräber ihr Unwesen treiben". Offensichtlich waren Devotionalienjäger an der Absturzstelle zugange, haben laut Benkel schon vor Monaten einige Gegenstände ausgegraben und mitgenommen. Doch der Zorn ist bald verflogen. Gemeinsam wird ein schlichtes Holzkreuz mit den Namen der Verstorbenen aufgestellt. Es wird still im Wald.

Jan Loftis, der Tränen über die Wange fließen, legt ein Blumengesteck nieder. In ihrem Heimatdorf im Bundesstaat Georgia ist sie Pfarrerin, den Umgang mit Trauer und Tod gewöhnt. Am Kreuz im Wald ringt sie um Fassung, freut sich aber dennoch: „Es ist ein Wunder, dass ich heute hier sein kann, und es war ein großer Wunsch von mir, der nun erfüllt ist." Nach einem Gebet und dem Vaterunser beendet die 62-jährige Loftis die kurze Andacht mit einem Psalm. Einige Jahre zuvor, so berichtet sie, habe sie auch schon das Flugfeld in England besucht, auf dem die Einheit ihres Onkels stationiert war.

Rechts: Jan Loftis, Nichte des verunglückten Fliegers Anthony Burroughs, Klaus Zimmer und Richard Graff am gerade aufgestellten Kreuz.

„Wir sind, keine Politiker. Keine Obamas und keine Merkels, sondern ganz normale Menschen, die sich durch die Aufarbeitung der Geschichte die Hände reichen", resümiert Benkel, ehe er ein persönliches Geschenk übergibt: Am Fundort von Burroughs' Leiche wurde der metallene Griff eines Fallschirms gefunden; „womöglich das Letzte, das Anthoüy berührt hat", mutmaßt Loftis berührt, als sie den Griff der Reißleine in Händen hält.

Ein weiteres Geschenk übergibt Marek Dziewa, Künstler der Arbeitsgruppe, eine Zeichnung des mit brennendem Motor auf die Winterhelle zurasenden Bombers. Noch an der Absturzstelle wird die Gelegenheit rege genutzt, sich auszutauschen und von dem Zeitzeugen Richard Graff weitere Details zu, erfahren.

„Solche Treffen gehören zu den Höhepunkten unserer. Arbeit", freuen sich Benkel und Zimmer. „Vor gut zehn Jahren kam das noch häufiger vor." Bei den jüngeren Generationen sei das Interesse am Schicksal der Großväter nicht mehr so groß: „Dass mit Jan Loftis eine Nichte den Absturzort der Maschine ihres Onkels besucht, ist schon eine Seltenheit", sagt Zimmer.

Bevor sich die Gruppe wieder zurück auf den Weg nach Kusel macht, nimmt Loftis sich noch eine Minute für einen ganz persönlichen Äbschied am Fundort der Leiche ihres Onkels. Später sagt sie, dass sie einmal wiederkommen möchte, um ihrem Sohn alles zu zeigen. (bgi)

2009

3 honored at WW II crash site memorial
By Seth Robbins
Stars and Stripes European edition, Friday, April 17, 2009

KUSEL, Germany — Only dirt still marks where a U.S. B-17 bomber crashed during World War II, killing three of its nine crewmembers.

On Aug. 9, 1944, the plane slammed into a patch of woodland in Kusel. The subsequent conflagration scorched the nearby trees and shrubs. That fire left behind one of the few remnants of the crash almost 65 years ago.

"If you dig here, the soil turns black," said Klaus Zimmer, one of the men who discovered the crash site.

On Wednesday, a cross was struck into the ground, commemorating the lives of Anthony Burroughs, John F. Faulkner and Sterling W. Bristol, the plane’s pilot. A wreath was placed at the foot of the cross by Burroughs’ niece, Jan Loftis. Tears streaked her face as she said a few prayers for an uncle whom she had never known. Loftis, from Augusta, Ga., was born two years after Burroughs, the tail gunner in the plane, died. He was 22.

Richard Graff leads a group with a cross to be placed at the crash site of a B-17 bomber that was shot down during World War II in Kusel, Germany. Graff, 74, witnessed the aircraft crash that killed three crew members in the wooded area in 1944.

Richard Graff, Jan Loftis and Uwe Benkel, left to right, in front of a cross placed at the crash site. Loftis' uncle, Anthony Burroughs, was one of three crew members who died in the crash.

"It was hard to walk up that hill," Loftis said. "But I can let go now. This is the funeral that we never had the chance to have."

Uwe Benkel, director of a group that searches for information about missing warplanes, said bringing Loftis to the crash site was a highlight for his organization, which has marked 400 crashes, recovered 110 airplanes and returned the remains of 31 missing servicemembers.

"We want to find out what really happened and tell the people," Benkel said. "It’s like you’re reading a book, but the last page is missing."

Richard Graff, 74, of Kusel, a community south of Baumholder, helped fill in the blank pages for Loftis. He was just 10 years old when he heard anti-aircraft fire strike the plane, which was returning to an air base in England after its mission was cancelled due to bad weather. As the plane fell to the ground, flames and smoke spewed from it, Graff said. The plane then split into three pieces as it plunged into the woodlands. Graff dashed after one of the wings. It was ablaze.

"It smelled of smoke and burnt rubber," he said.

Soon officials arrived at the scene, and handed Graff a shovel to throw sand on the flames.

"The pilot was totally burned," he said. "Two other dead bodies were lying in the woods. They were the first American soldiers I ever saw in uniform."

One of the dead was Burroughs. He had bailed out and was, most likely, clinging to his parachute when burning plane fragments rained down on him. The shards severed his leg and cut his chute’s chords.

During the memorial ceremony, Benkel gave Loftis a blackened buckle. He believes it was part of Burroughs’ chute.

"It’s spooky," Loftis said, "to think this might be the last thing he ever touched."

A picture of Anthony Burroughs, along with a photo of his B-17 crew, at the foot of a cross Wednesday at the crash site.

Jan Loftis, the niece of Anthony Burroughs, receives a drawing of her uncle's B-17 bomber from a local artist.

Jan Loftis holds a handle thought to be from her uncle's parachute.

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2010

Die Rheinpfalz, Westricher Rundschau, 12.10.2010
Ergriffen an der Absturzstelle
KUSEL: Der 84-jährige David Bristol legt dort Blumen nieder,
wo sein Bruder 1944 ums Leben kam.

Im Zweiten Weltkrieg, am 9. August 1944, stürzte ein amerikanisches Kampfflugzeug über Kusel ab. Von den neun Insassen kamen drei amerikanische Soldaten ums Leben, darunter auch Pilot Sterling W. Bristol.

Gestern besuchte David Bristol, der 84-jährige Bruder des Piloten, mit weiteren Angehörigen die Absturzstelle im Wald in der Winterhelle.

David Bristol war auf Einladung der Arbeitsgruppe Vermisstenforschung nach Kusel gekommen. Den Kontakt hatte Klaus Zimmer aus St. Ingbert geknüpft. Es ist bereits der zweite Besuch, den die Vermisstenforscher im Zusammenhang mit diesem Absturz in die Wege geleitet haben. Im vergangenen Jahr war bereits Jan Loftis, die Nichte des Rumpfturmschützen Anthony Burrough, an der Absturzstelle gewesen und hatte Blumen niedergelegt (wir berichteten).

Ergriffen war David Bristol, als er nun die Stelle besuchte, an der sein damals 22-jähriger Bruder ums Leben kam. Er kann sich noch daran erinnern, wie er vom Tod seines Bruders Sterling erfuhr.

Es sei noch im August 1944 gewesen, damals sei er gerade bei einer Ausbildung der Navy gewesen und habe nach dem Erhalt der traurigen Nachricht zwei oder drei Tage Sonderurlaub bekommen. David Bristol hatte drei Brüder und zwei Schwestern. Neben dem verunglückten Sterling wurde noch ein weiterer Bruder als Pilot ausgebildet und eingesetzt.

Am Donnerstag machen sich die vier US-Amerikaner auf den Weg nach Frankreich, wo sie erstmals das Grab von Sterling Bristol besuchen werden. Sein Leichnam war 1948 auf den amerikanischen Soldatenfriedhof St. Avold umgebettet worden.

Dass die Arbeitsgruppe die Grabstelle unter mehr als 20.000 Gräbern gefunden hat, ist der Hartnäckigkeit ihres Vorsitzenden Uwe Benkel aus Heltersberg zu verdanken. In St. Avold sei seine Anfrage nach der Grabstelle Sterling Bristols aus Datenschutzgründen nicht beantwortet worden. Er solle sich nach Washington wenden, sei ihm beschieden worden, erinnert er sich. Benkel ließ sich aber nicht entmutigen, fotografierte die Inschriften einiger hundert Gräber und stellte schließlich bei der Auswertung zu Hause fest, dass das Grab Sterling Bristols zufälligerweise darunter war.

Die im Jahre 1989 gegründete Arbeitsgruppe hat sich nach Benkels Angaben zur Aufgabe gemacht, Absturzstellen von Militärflugzeugen zu untersuchen und vermisste Soldaten zu finden. Bisher hat die Arbeitsgruppe laut Benkel mehr als 100 Flugzeugwracks untersucht und dabei 33 vermisste Flugzeuginsassen gefunden. Für Benkel und seine in ganz Deutschland verteilten 30 Mitarbeiter gebe es noch viel Arbeit, denn unter den vielen Vermissten gebe es allein zwischen 1500 und 2000 Flugzeuginsassen, sagte Benkel. Als Grund für seinen Einsatz sagt Benkel: "Unsere Arbeit dient der Völkerverständigung, und sie ist ein Mosaikstein zum Erhalt des Friedens."

Bevor die amerikanischen Gäste die Absturzstelle besuchten, empfing sie Landrat Winfried Hirschberger in der Kreisverwaltung. Er stellte den Landkreis vor, und da ein Teil der Gäste dem jüdischen Glauben angehört, berichtete er auch über die Aktion der Stolpersteine in Kusel.

Zur Europareise der Amerikaner gehörte auch der Besuch des Münchner Oktoberfestes. (say)

Empfang bei Landrat Dr. Winfried Hirschberger in Kusel 11.10.2010

Besuch an der Absturzstelle in der Winterhell bei Kusel 11.10.2010

Besuch des Weinguts Peter Schreiber in Gundheim/Rheinhessen 12.10.2010

www.weingut-peter-schreiber.de

Besuch des Militärfriedhofs St. Avold/Lothringen 14.10.2010

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Kreis Kusel/Kusel County