Search Group

Grabungen: Übersicht, Berichte, Fotos
Excavations: overview, reports, photos

Ausstellungen und Vorträge: Übersicht, Berichte, Fotos
Exhibitons and presentations: overview, reports, photos

Grabungen nach vermissten Flugzeuginsassen des Zweiten Weltkrieges sowie nach Flugzeugwracks führt im Saarland und den angrenzenden Gebieten, aber auch darüber hinaus bundesweit, insbesondere die Arbeitsgruppe “Vermisstenforschung” unter der Leitung von Uwe und Martina Benkel durch.

Excavations to find missing fliers of WW II as well as plane wreckage in the Saarland and its neighboring areas, but also - beyond that - nationwide, are primarily performed by the Search Group for the Missing led by Uwe and Martina Benkel.

Für seine Arbeit hat Uwe Benkel die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. In dieser Abteilung werden einige der Grabungen vorgestellt. Die Artikel auf dieser Site verdeutlichen die Arbeitsweise und die Ziele der Arbeitsgruppe.
E-Mail an die Arbeitsgruppe:
hier klicken.

For his work Uwe Benkel was awarded the Medal of Merit of the State of Rheinland-Pfalz. In this section information on some of the excavations is provided. The news articles on this page illustrate the working method and the objectives of the Search Group.
 E-mail contact: click
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We help to find your relative’s WW II crash site in Germany

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Jahresrückblick für 2011 / Retrospective view of 2011

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Arbeitsgruppe wurde für den Engagementpreis 2011 vorgeschlagen

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Vortrag in Edenkoben am 20.01.2012: “1944: Drama am Heldenstein”

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Berichte über Aktivitäten / Reports about Activities

Geschichte und Ziele
Überblick über Entstehen und Wirken

“Bobby, he made all these people come together.”
The Winchester Star (Virginia), November 10, 2011

Auf den Spuren des gefallenen Bruders
Rheinpfalz, Ausg. Südliche Weinstraße, 19.10.2011

Was vom Absturz übrig bleibt
Saarbrücker Zeitung / Pfälzischer Merkur, 06.10.2011

Der Getriebene. Artikel über Uwe Benkel
Rheinpfalz am Sonntag, 02.10.2011

Über 100 Flieger ausgegraben
Bad Dürkheimer Zeitung, 22.10.2010

Angehörige eines gefallenen britischen Soldaten besuchen Offenbach an der Queich   Die Rheinpfalz, 25.05.2010

Uwe Benkel ist Beauftragter des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge im Bezirk Rheinhessen-Pfalz    Juni 2007

Gedenkfeier an Absturzstelle in Ludwigshafen-Oggersheim
16. April 2007

Anfrage an die AG Vermisstenforschung aus Pommern
Wrack einer Me 109 mit Überresten des Piloten entdeckt

Wrack eines deutschen Jagdflugzeuges
aus dem Zweiten Weltkrieg bei Vogelbach geortet

Haussammlung der AG Vermisstenforschung
für die Kriegsgräberfürsorge 2006

“Der Kreis schließt sich nach 63 Jahren”
Die Rheinpfalz, Ausgabe Pirmasens, 27.12.2006

Nikolaus besuchte Schulkinder in Heltersberg
Vermissternforscher spenden 200 Euro für Holzland-Grundschule

Kommissar Zufall hilft Flugzeugwracks finden
Die Rheinpfalz, Ausgabe Westrich, 13.05.2006

Canada’s War Heroes: Search for lost airmen
Times Colonist, Sunday, March 12, 2006

Live-Interview mit Radio Sydney
Die Rheinpfalz, Ausgabe Pirmasens, 23.02.2006

The search for lost heroes of WW II
The Independent, 16 Jan 2006

The Search for World War II Planes Continues
Spiegel Online Worldwide, 22 Dec 2005

Die Ju 88 liegt direkt unter der B 270
Pirmasenser Zeitung, 24.10.2005

Wo Bomber zerschellte, befindet sich blanker Asphalt
Wormser Zeitung, 30.04.2004

Spurensuche
dolcevita, Mai 2004

Geschichte zum “Anfassen” in der Max-Wittmann-Realschule
Pirmasenser Zeitung, 27.04.2004

Die Rheinpfalz, Pfälzische Volkszeitung, 21.08.1998
“Wir sind keine Grabräuber"
Uwe Benkel, Leiter der AG Vermißtenforschung

Die am 4. Juli in Miesenbach begonnenen Ausgrabungen der Arbeitsgruppe Vermißtenforschung nach einem am 3. August 1944 abgestürzten US-Bomber wurden noch am selben Tag eingestellt und bisher nicht wieder aufgenommen. Über die Hintergründe sprach unser Redaktionsmitglied Steffen Gierescher mit Gruppenleiter Uwe Benkel (37).

Herr Benkel, warum wurden die Ausgrabungen so schnell eingestellt?

Wir haben die Amerikaner von der Air Base gebeten, uns bei den Vorbereitungsarbeiten mit Geräten zu unterstützen. Aber sie haben kurzfristig abgesagt. Aus Gründen, die ich nicht kenne. Ich vermute, daß ein Dienstweg nicht eingehalten wurde. Wir hatten zunächst die mündliche Zusage des Kommandeurs der betreffenden Einheit. Wahrscheinlich durfte er aber keine Zusage geben. Per Brief hat man uns aber versichert, künftige Projekte wohlwollend zu prüfen. Jetzt müssen wir versuchen, einen Privatunternehmer aufzutreiben.

Nach wem oder was suchen Sie genau?

Zwei Besatzungsmitglieder des viermotorigen Bombers vom Typ Fliegende Festung werden definitiv noch vermißt. Das Flugzeug war mit neun Mann besetzt. Sechs sind direkt beim Absturz umgekommen, nachdem die Maschine von der Kindsbacher Flak angeschossen wurde. Der Pilot hat nach unseren Recherchen versucht, eine Schleife zu fliegen und ein Notlandegebiet zu finden. Aber das hat er nicht mehr geschafft. Unterlagen und Augenzeugenberichte lassen darauf schließen, daß er Miesenbach vor einer Katastrophe retten wollte. Wir haben mit Metalldetektoren das Erdreich untersucht und eine Reihe von Ausschlägen erhalten. Bei den anschließenden Probegrabungen sind wir dann schon nach wenigen Zentimetern Tiefe auf Flugzeugtrümmer gestoßen. Die großen Ausschläge waren aber auf eine stillgelegte, kurz nach dem Krieg verlegte Öl-Pipeline sowie das Fundament eines Starkstrommastes zurückzuführen. Hier mußten wir erste Hoffnungen begraben. Das heißt, wir müssen jetzt erst einmal weitersuchen. Konkrete Hinweise erhoffen wir uns durch Luftbildaufnahmen, die die Amerikaner kurz vor Kriegsende gemacht haben. Anhand dieser können wir die genaue Absturzstelle lokalisieren.

Wann setzen Sie Ihre Arbeitfort und mit welchen Kosten rechnen Sie?

Wenn wir die Luftbilder haben, machen wir weiter. Die Genehmigung des Grundstückseigners haben wir. Ich rechne mit Kosten von rund 4000 Mark. Das finanziert die Arbeitsgruppe. Wir haben ja keine Sponsoren.

Wo genau liegt das Absturzgebiet?

Südlich der Rathenaustraße nahe des Seehofs. Teile des Flugzeugs dürften über eine Fläche von 200 bis 300 Quadratmetern verstreut sein.

Laufen weitere Westpfalz-Projekte?

Ja, zwei. Das eine liegt in einem Waldstück südlich von Pirmasens. Dort wurden schon erfolgreiche Probegrabungen vorgenommen, bei denen wir auf Knochenteile gestoßen sind. Das andere liegt in der Nähe von Bruchmühlbach-Miesau.  Dafür müssen noch Genehmigungen eingeholt werden. Außerdem suchen wir Zeitzeugen um Kaiserslautem, weil wir hier den seit 1945 vermißten deutschen Unteroffizier Karl Edler aufspüren wollen. Wir haben inzwischen seinen Bruder ausfindig gemacht, der darauf hofft, daß wir tätig werden. Edler gehörte dem Jagdgeschwader 4 an und flog eine Messerschmidt Bf 109. Er ist zum letzten Mal bei einem Luftkampf im Umkreis von Kaiserslautern gesehen worden.

Was treibt Sie an, was ist Ihr Motiv?

Der Antrieb für uns ist die Aufklärung von Vermißtenfällen. Wir haben bisher die Überreste von 38 Flugzeugen ausgegraben und konnten 13 Piloten bergen. Das ist der humanitäre Grund. Außerdem hatten die Flugzeuge Munition und Bomben an Bord. Das ist ein Sicherheitsrisiko, auch für das Grundwasser. Die Entsorgung ist Grund zwei. Wir sind weder Grabräuber noch Schatzsucher.

Die Rheinpfalz, Nr. 187, Blickpunkt, 14.08.1999
Thema am Samstag: Arbeitsgruppe Vermisstenforschung
Von unserer Mitarbeiterin Irene Nehles

[...] Sehr persönliche Erlebnisse haben ihn [Uwe Benkel] in seiner Arbeit gestärkt und sicher gemacht. Nachdem er in Rödelwitz/Thüringen die sterblichen Überreste des Oberfeldwebels Georg Fröhlich ausgegraben hatte, umarmte ihn die Witwe und dankte ihm: “Sie haben mir einen Lebenswunsch erfüllt. Ich kann meinen Mann endlich heimholen und irgendwann neben ihm begraben werden.” Die Tochter bekam nach über 54 Jahren die Erkennungsmarke, Armbanduhr und Tagebuch ihres nie gekannten Vaters.

“Hinter jeder Ausgrabung stecken Einzelschicksale, die mit der großen Geschichte untrennbar verbunden sind”, erklärt Uwe Benkel das Faszinierende an seiner Tätigkeit. Dabei spielt die Herkunft von Maschine und Flugzeugführer keine Rolle. So folgte das Team unlängst Hinweisen auf ein russisches Flugzeug, das in Brandenburg abgestürzt sein soll. „Wir machen da keine Unterschiede", betont Benkel, „alle haben ein würdiges Grab auf einem Friedhof verdient, wo man auch Blumen hinbringen kann."

Der unmittelbare Auslöser für sein Engagement sei die Ramstein-Katastrophe von 1988 gewesen, der viele seiner Freunde zum Opfer gefallen sind. Besuche in britischen Flugzeugmuseen, die Flugzeugtrümmer aus dem Zweiten Weltkrieg ausstellten, gaben der Projektidee neue Nahrung.

Rund 13 Leute zwischen 19 und 73 Jahren gehören zur Arbeitsgruppe Vermisstenforschung. Jeder von ihnen hat seine speziellen regionalen und inhaltlichen Arbeitsschwerpunkte. Klaus Zimmer, der Heimatforscher aus St. Ingbert, recherchiert vorwiegend in seiner Region, spürt Zeitzeugen auf und dokumentiert die Funde in landeskundlichen Publikationen.

Die Vorgehensweise der Vermisstenforscher ist immer dieselbe: Klärung, Suche, Bergung, Identifizierung und Benachrichtigung der Angehörigen. Das verseuchte Erdreich wird abgetragen, Öl, Treibstoff, Bomben und Munition werden entsorgt. Die Bergungsarbeit ist teuer: Ausrüstung, Spezialsonden auf Magnetfeld-Basis, Bergegerät und Bagger haben ihren Preis. Auf 4000 bis 5000 Mark Kosten schätzt Uwe Benkel eine Ausgrabung.

Spenden von Sponsoren, vom Land oder von den Angehörigen der Flieger flössen spärlich, sagt Benkel. „Vieles buttern die Arbeitsgruppenmitglieder zu", versichert der Krankenkassenangestellte, der seine Wochenenden und Urlaube für sein ausgefallenes Hobby opfert. Die Fundstücke und ihre Geschichte finden sich wieder in Dokumentationen, Vorträgen und Ausstellungen wie „Welt der Familie" in Saarbrücken.

Ortswechsel; In Bruchmühlbach-Miesau treffen sich Uwe Benkel und sein Team mit Mitgliedern der Gemeinschaft der ehemaligen deutschen Jagdflieger, um den Kontakt mit Zeitzeugen zu halten und neue Spuren zu finden. Benkel öffnet den Kofferraum seines Wagens und präsentiert beeindruckende Fundstücke: Vergaserteile vom Lancaster-Motor und Propeller, Fliegerhandschuhe und einen Fallschirm aus der Focke Wulf 190.

Die Veteranen berühren die erstaunlich gut erhaltene feine Fallschirmseide wie eine Reliquie. Die sinnliche Begegnung mit dem Original-Stoff von damals löste eine Flut von Erinnerungen aus. „Ich fiel und fiel und wollte den Griff ziehen, aber es war keiner da! Da riss ich den Fallschirm einfach auf. Es hat funktioniert, sonst wäre ich heute nicht hier", erzählt einer der ehemaligen Jagdflieger. „Drei Mal bin ich ausgestiegen, ich weiß Bescheid", bestätigt ein anderer.

Die Arbeit der Vermisstenforscher verfolgen sie mit Begeisterung. Der Brückenschlag hat funktioniert.

Begutachten Fundstücke einer Ausgrabung an der Miesenbacher Rathenaustraße: Uwe Benkel und der britische Autor Ian White (rechts), der eine Chronik über im Zweiten Weltkrieg abgestürzte Flugzeuge verfasst.

Die Rheinpfalz, Nr. 187, Blickpunkt, 14.08.1999
Noch immer gibt es Hoffen und Bangen
Angehörige der Vermissten wollen Sicherheit
Arbeitsgruppe plant weitere Ausgrabungen

Kaum zu glauben, aber Tatsache: Auch 53 Jahre nach dem Absturz, der Vermisstenmeldung, warten immer noch Angehörige, gibt es immer noch Hoffen und Bangen. Und selbst wenn letztendlich nur das Schlimmste bestätigt wird: Die gefundene Erkennungsmarke, die zweifelsfreie Identifizierung des vermissten Menschen gibt der Witwe oder den Kindern Gewissheit, Sicherheit und den inneren Frieden. Diese Erfahrung machen die Vermisstenforscher immer wieder. Auch in den nächsten Wochen und Monate stehen wichtige Projekte an.

Fundort zwischen Landstuhl und Bruchmühlbach: Der Jagdflieger, der die deutsche Maschine 1944 steuerte, stieg rechtzeitig aus, geriet in Kriegsgefangenschaft und blieb danach in Kanada, wo er bis heute lebt. Der Kontakt zu ihm steht und er hat angekündigt, bei der Bergung vor Ort dabeizusein.

Fundort Ramstein-Miesenbach: Seit dem 3. August 1944 verschollen - ein amerikanischer B-17-Bomber mit zehn Mann Besatzung. In ihrer Heimat werden Sergeant Ralph Ognibene und Sergeant Luther Carlton schmerzlich vermisst. Die Familien haben den Vermisstenforschern Fotos geschickt. „Wir haben bislang nur Teile des Flugzeugs gefunden", klagt Benkel. „Aber wir werden alles versuchen, auch die Männer zu finden."

Fundstelle Ludwigshafen-Oggersheim: Sie ist gerade mal 130 Meter vom Wohnhaus des Altbundeskanzlers Kohl entfernt. Beim Leerpumpen eines Fischweihers entdecken Arbeiter Wrackteile und setzen sich sofort mit den Vermisstenforschern in Verbindung. Uwe Benkel hofft, dort auch den vermissten britischen Bomberpiloten zu finden, der zur Maschine gehörte. „Wir haben bereits via Internet die Australier benachrichtigt, weil der Mann einer australischen Einheit angehörte", berichtet Benkel.

Fundstelle Böhl-lggelheim: Die Vorbereitungen für die Bergung laufen auf Hochtouren. Die Arbeitsgruppe vermutet dort einen deutschen Piloten samt seiner einmotorigen Messerschmidt 109.

Fundort Speyer: Zwei Mann Besatzung der Messerschmitt 110 gelang im letzten Moment der Absprung, ihr Kamerad ging - das berichten sie - mit der Maschine runter. Die Stelle sei dank Zeitzeugen auf einer Fläche von zehn auf zehn Meter lokalisiert, erläutert Uwe Benkel. „Die Chancen, dass wir fündig werden sind gut", sagt er aus langjähriger Erfahrung. Die Wrackteile, die einigermaßen intakt sind, sollen in eine Ausstellung aufgenommen werden, „um die Schrecken des Krieges zu dokumentieren".

Fundort Gotha-Thüringen: Die Exhumierung zweier deutscher Jagdflieger ist von der Arbeitsgruppe geplant. Gerade in Ostdeutschland gebe es noch viel zu tun, versichert Benkel. Dort stieß er anfangs auf Skepsis  „Zu DDR-Zeiten galten gefallene deutsche Piloten als  Faschisten, denen kein Grab gehörte", berichtet der Vermisstenforscher. Auch hier habe sich mittlerweile viel geändert.

Fundort Dillingen am Saarufer: Ein amerikanischer Pilot gilt samt Flugzeug immer noch als vermisst. Benkel und die Arbeitsgruppe halten den Kontakt zum Bruder des Vermissten in den USA.

Zuletzt gesichtet über Kaiserslautern: Äußerst vage sind die Angaben über den verschollenen deutschen Piloten Karl Edler. Er soll am 2. Januar 1945 über Kaiserslautern abgeschossen worden sein, sagen seine Kameraden. Uwe Benkel hat wenig Hoffnung, Überreste zu finden. „Nach dem Krieg wurden die Einschlaglöcher der Flugzeuge einfach zugeschüttet", sagt er. „Man ließ Gras drüber wachsen."

Zuletzt gesichtet über Einsiedlerhof: Ein US-Pilot stürzt mit seinem Jagdbomber auf die Bahngleise. Benkel vermutet, daß er zu tief in einen eigenen Angriff auf die Schienen geflogen und deshalb abgestürzt ist.

Die Rheinpfalz, 1998
Aufklärung von Vermißtenschicksalen
Verdienstmedaille für Uwe Benkel

Ministerpräsident Kurt Beck hat dem Kaiserslauterer Bürger Uwe Benkel die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Regierungspräsident Rainer Rund überreichte die Auszeichnung gestern bei einer Feierstunde in der Bezirksregierung in Neustadt.

Mit der Verleihung, die auf Vorschlag des Landtagsabgeordneten Dr. Gerhard Schmidt (SPD) aus Krickenbach erfolgte, wurde das ehrenamtliche Engagement von Uwe Benkel bei der Aufklärung von Vermißtenschicksalen aus dem Zweiten Weltkrieg gewürdigt. Als Gründer der Arbeitsgemeinschaft Vermißtenforschung ist es ihm und seinen 13 Mitstreitern gelungen, bisher mehr als 50 während des Krieges über Deutschland abgestürzte und bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geborgene Flugzeugwracks aufzuspüren. In zwölf Fällen konnten dabei die sterblichen Überreste der vermißten Piloten geborgen und identifiziert werden. Den zum Teil sogar aus den Vereinigten Staaten zur Beisetzung angereisten Hinterbliebenen wurde damit die Ungewißheit über das Schicksal ihrer im Krieg vermißten Familienangehörigen genommen. Unter den Trümmern der Flugzeugwracks befanden sich oft auch scharfe Munition und Bomben sowie gefährliche Treibstoffreste, die dank der Recherchen von Uwe Benkel von den Munitionsräumdiensten geborgen werden konnten.

Benkel bedankte sich für die Auszeichnung, betonte aber, daß er die Verdienstmedaille stellvertretend für seine ganze Gruppe entgegennehme, da sich die Arbeitsgemeinschaft als ein Team verstehe. Jedes Gruppenmitglied investiere viel Zeit und Freizeit in die gemeinsame Arbeit. Besonderer Dank habe sich dabei Otto Schmitt aus Guldental bei Bad Kreuznach verdient dessen große Erfahrung die Aufklärung manches Vermißtenschicksal erst ermöglicht habe. Benkel bedankte sich auch dafür, daß ihn sein Arbeitgeber bei seiner ehrenamtlichen Suche unterstützt habe. Er erinnerte daran, daß in der Region Rheinland-Pfalz und Saarland noch immer 13 Flugzeugführer mit ihren Maschinen als vermißt gelten.

Regierungspräsident Rainer Bund hat Uwe Benkel (rechts) mit der Verdienstmedaille des Landes ausgezeichnet.

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